Depressionen

Oft kommen vor der sichtbaren und fühlbaren Depression beispielsweise Symptome, die zunächst als organisch, oder als psychosomatisch und erst viel später als depressiv eingestuft werden.

Ob es zu einer Depression kommt, ob die Symptome psychosomatisch sind, ob die Verhaltensauffälligkeiten (Rückzug, Aggressivität, Alkoholkonsum etc.) etc. durch die äußeren Umstände erklärt werden können oder durch die kommende Depression, hängt vom Zusammenspiel vieler Faktoren ab.

Von großer Bedeutung sind bestimmte Persönlichkeitsmerkmale (Charakterzüge) eines Menschen, der später eher an einer Depression erkrankt. Das sind oft besonders pflichtbewusste, korrekte Menschen, die sehr gewissenhaft im Beruf arbeiten, im privaten Leben immer für die anderen da sind, aber auch schlecht loslassen können. Typisch wäre die Angst, verlassen zu werden. Deswegen unterdrücken diese Menschen kritische Bemerkungen, da sie könnten ja verlassen werden.

Diese und einige weiteren Merkmale im Charakter führen dazu, dass die unangenehmen Gefühle unterdrückt ("runtergeschluckt") werden. Im Laufe der Jahre stauen sich die unterdrückten Gefühle auf und müssen irgendwann raus. Da die Menschen aber schon immer Probleme damit hatten, Gefühle in ausreichendem Masse zu zeigen, und auch jetzt dies nicht können, werden sie depressiv. Oder sie bekommen Angst. Oder psychosomatische Erkrankungen etc.

Weiter sind sehr wichtig die lebensgeschichtlichen Zusammenhänge, vor Allem der Verlauf und das Zusammenwirken verdrängter, unbewusster, Gefühle (die Psychodynamik).
Diese Überlegungen sind natürlich nicht die einzige Erklärung, woher die Depressionen, Angst etc. kommen, aber ein kleiner Einblick aus therapeutischer Sicht und als Denkanstoß zu für Interessiert zu verstehen.