Medikamente
Wie auch sonst in der Medizin, so auch in der Psychiatrie, sollte man versuchen, möglichst ohne Medikamente auszukommen.
Wie auch sonst in der Medizin, so auch in der Psychiatrie, kommt man ohne Medikamente nicht umhin. Es gibt Erkrankungen, wenn Medikamente erforderlich sind, und alles Andere wäre falsch.
Wie auch sonst in der Medizin, so auch in der Psychiatrie, gibt es Erkrankungen, die lebenslang medikamentös behandelt werden müssen.
Wie auch sonst in der Medizin, so auch in der Psychiatrie, sollte der Arzt versuchen, so kurz wie möglich und so wenig wie möglich Medikamente zu verschreiben. Aber so viel und so lange, wie erforderlich!
Machen Medikamente abhängig?
Es gibt Medikamente, die abhängig machen, und welche, die nicht abhängig machen. Medikamente, die abhängig machen, dürfen nur kurzfristig, und nicht über mehrere Tage oder Wochen eingenommen werden. Diese Medikamente werden verordnet und sind erforderlich bei akuter Verschlechterung mit heftigen Symptomen, wie Panikattacken etc., um den sehr schlimmen Leidensdruck schnell abzumildern oder um vor der Operation durchzuschlafen etc..
Was machen Antidepressiva?
Antidepressiva werden verordnet zur Behandlung der Depression, der Angst, der Zwangsstörungen und einiger sonstigen Krankheiten. Die wirken so, dass die Botenstoffe, die für die gute Stimmung zuständig sind („Glückshormone“, wie das Serotonin, das Dopamin, das Noradrenalin etc.), und an denen es derzeit mangelt, wieder an der Konzentration zunehmen und die Stimmung bessern, die Angst und den Zwang etc. behandeln.
Machen Antidepressiva abhängig?
Nein!
Warum verschlechtert sich mein Zustand nach einigen Wochen, wenn ich Antidepressiva absetze? Bin ich doch abhängig?
Genau so, wie Sie auch nicht abhängig von Medikamenten sind, die Sie gegen erhöhten Blutdruck oder gegen Blutzucker bei Diabetes einnehmen, sind Sie auch nicht von Antidepressiva abhängig. Aber Sie sind beim entsprechenden Krankheitsverlauf unter Umständen dauerhaft auf die Medikamente angewiesen. Es wird hier allerdings die Abhängigkeit im suchtmedizinischen Sinne verwechselt mit Abhängigkeit im Sinne dauerhaft angewiesen sein.
Was kann ich machen, dass ich Antidepressiva irgendwann absetzen kann und auf die nicht mehr angewiesen bin?
Wie auch sonst in der Medizin – Sie müssen die Ursache behandeln. Antidepressiva behandeln zwar viele Symptome, die von der Depression und Angst kommen, aber nicht immer die Ursache der Depression und Angst. Wenn die Ursache eine psychologische ist (ungelöste unbewusste innere Spannungen bzw. Konflikte), dann sollten Sie einen Psychotherapeuten konsultieren und klären, ob für Sie die Psychotherapie und welche davon in Frage kommt.
Werde ich mit Antidepressiva ruhig gestellt, kann ich dann noch selbständig denken?
Das Ziel der Behandlung mit Antidepressiva ist nie, jemanden ruhig zu stellen. Unter Umständen, wenn man sehr unruhig ist, ist es natürlich sinnvoll, so ein Antidepressivum zu wählen, das man zumindest schlafen kann und gelassener wird. Aber das hat nichts mit ruhig stellen zu tun. Das Ziel ist eigentlich genau das Gegenteil: Die Depression oder die Angst zu behandeln, dass man wieder zu seiner Kraft kommt und wieder freier, selbständiger, denken kann.
Aber ich nehme ja bereits so viele Medikamente ein, soll ich noch zusätzlich Antidepressiva einnehmen?
Wenn Sie depressiv sind und der Arzt das empfiehlt – ja, sollten Sie. Erstens, weil Sie depressiv sind und dies an sich behandelt werden muss. Zweitens, weil die Depression viele Krankheiten, wegen welcher Sie bereits Medikamente einnehmen, verschlechtert, wenn nicht sogar manche davon verursacht. Wenn Sie also depressiv sind und Medikamente gegen Depression einnehmen, dann kann der Verlauf Ihrer anderen Krankheiten günstiger sein, und Sie später evtl. eine geringere Dosis an Medikamenten gegen Blutdruck brauchen. Dies allerdings sollten Sie immer mit Ihrem Hausarzt oder dem jeweiligen Facharzt besprechen.
